Doppelnamen sind in

On 3. Februar 2010 · 0 Comments
Bauhaus Dessau
Zweieinhalb Jahre nach der freiwilligen und trotzdem verordneten Fusion von Dessau und Roßlau zur Stadt Dessau-Roßlau diskutiert das 88 000 Einwohner zählende kreisfreie Oberzentrum heftig wie noch nie, ob eine Umbenennung in “Bauhausstadt Dessau” sinnvoll ist. Befürworter und Gegner werden faktisch durch die Elbe getrennt. Viele der 70 000 Dessauer sympathisieren mit der Idee, das Welterbe im Stadtnamen zu verankern. Die 14 000 Roßlauer empfinden schon die Diskussion darüber als Verrat an der Fusion.

Man soll ja nicht mit Steinen werfen, wenn man im Glashaus sitzt. Darum als erstes - ich schreibe aus der “Lutherstadt Wittenberg”, selbst einer Stadt mit Doppelnamen.
Heute stolpere ich dann über zwei (am gleichen Tag erschienene) Artikel, die Diskussionen über Doppelnamen für zwei weitere Städte beinhalten - Dessau und Magdeburg.
In Dessau denkt man über eine reale administrative Umbenennung in “Bauhausstadt Dessau” nach, in Magdeburg ist der Begriff “Ottostadt Magdeburg” noch “nur” im Marketing verwurzelt.
Beide Initiativen zeigen einen nie wirklich vergessenen, in der jetzigen Zeit aber immer wichtiger werdenden Trend - Marketing wird an Geschichten / Stories festgemacht und transportiert. Sowohl im Innen- als auch im Außenmarketing. Das finden der richtigen Story, deren Aufarbeitung und Verbreitung wird in einer Zeit der Informationsflut und der weltweiten Austauschbarkeit vieler Produkte zur Kernaufgabe des Marketing.
Ob das immer mit Stadtumbenennungen einhergehen muss ist natürlich strittig, aber kann z. B. beim Zusammenwachsen neuer Städte (etwas, was weltweit geschieht) nützlich und sinngebend sein.
Eine Bemerkung vielleicht noch zur Ottostadt. Ist man sich sicher, daß nicht eine große Zahl von Bürgern mit Otto nur ein bekanntes Handelshaus verbindet? Dessen Bekanntheitsgrad dürfte höher sein, als der des ehrwürdigen Ottonengeschlechts.

Photo cc by Bauhaus Dessau von Christian Stock

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UNESCO-Weltkulturerbe in Dessau - Sechs Büros entwerfen Meisterhäuser der Bauhaus-Professoren

On 4. Dezember 2009 · 0 Comments
Die Stadt Dessau-Roßlau unternimmt einen neuen Anlauf, die im Krieg teilzerstörte Dessauer Meisterhaussiedlung wieder zu vervollständigen. Nach einem gescheiterten offenen Wettbewerb sind jetzt sechs Architekturbüros beauftragt worden, konkurrierende Entwürfe für den Wiederaufbau der Doppelhaushälfte Moholy-Nagy sowie des Gropius-Direktorenhauses einzureichen.

Kandinsky/Klee Meisterhaus

Da die Meisterhäuser zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören sind die Anforderungen immens. Dessau und das Bauhaus werden garantiert nicht diesen Status aufs Spiel setzen wollen.
Alle geladenen Büros sind mit kühnen Entwürfen zum Anbau an oder nahe geschichtsträchtiger Orte bekannt geworden. Sollte man auch angesichts der Namen der ehemaligen Hausbewohner.
Photo cc “Kandinsky/Klee Meisterhaus von Christian Stock bei Flickr”

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