Russlands Tourismus und die Krise

8414-8417 - St Petersburg - Dvortsovaya Ploshchad
Creative Commons License photo credit: thisisbossi

Nach den bisher vorliegenden Zahlen wird die russische Tourismusindustrie eines der ersten Opfer der Rezession sein. Schon im Oktober war der Markt um 25-30% eingebrochen und fiel im Dezember um erschreckende 60%.

In den letzten 2 Monaten haben schon über 10% der Reisebüros landesweit wegen finanzieller Probleme schließen müssen. Im Land arbeiten derzeit schätzungsweise 9.000 Reisebüros. Besonders betroffen sind junge Unternehmen und stark auf das Firmenreisegeschäft orientierte Einzelbüros.

intourist

Die großen Reiseunternehmen werden die Chance nutzen ihre Marktposition auszubauen. So hat Intourist 51% der Aktien von Rosstur gekauft, die 24 Büros in Jekaterinenburg, Tshelyabinsk und im Sverdlovsker Gebiet betreiben. (Jekaterinenburg war besonders von Reisebüroschließungen betroffen – mehr als 20% der Reisebüros haben zugemacht.) Intourist plant in der nächsten Zukunft den Ankauf weiterer Agenturnetze im Wolgagebiet, in Sibirien und im Süden des Landes. Nach externer Einschätzung soll Rosstur um die 1 Mio. USD gekostet haben (20 – 25.000 Pax).

Auf den touristischen Arbeitsmarkt bleibt die Rezession natürlich auch nicht ohne Folgen. Bisher sollen die Arbeitsplätze im Markt um 10% gekürzt worden sein. Die Einstiegsgehälter aller Ebenen gingen um ca. 15% zurück. Eigentlich führt die Krise jetzt erst mal zu einer Beruhigung des überhitzten Arbeitsmarktes im Tourismus und einer Angleichung von Angebot und Nachfrage.

No related posts.

Dieser Beitrag wurde unter Russland und seine Nachbarn abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.