Ich habe mich nach der Lektüre von Karin Schmollgrubers Blogbeitrag Destinationen im Netz – Ob Web 1.0 oder 2.0 ist egal, Hauptsache gut gemacht! mit der Website meines Heimatortes befasst und verglichen, wie dort der Stand der Dinge im Vergleich zu Dresden ist. Die im Beitrag genannten Punkte sind auch meiner Meinung nach einer guter Maßstab für die Nutzbarkeit des Webangebotes für den zukünftigen Gast. Das sind keine “Designmätzchen”, sondern harte Ökonomie, angefangen vom ” an den Wettbewerber verlorenen Gast” bis zu viel versandten Katalogen mit hohem Portoaufwand.
Vorab – die Lutherstadt Wittenberg ist mit den Gedenkstätten der Reformation und zur Person Martin Luthers Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes. In 10 Jahren werden wir das 500jährige Jubiläum der Reformation begehen und diese Stadt wird der Mittelpunkt der Aktivitäten sein. Anspruch und Anforderung sollten entsprechend sein.
Also zu den Details:
1. Topattraktionen schon von der Startseite aus auffindbar
Der normale Besucher wird wohl über das Stadtportal www.wittenberg.de starten. Der Link Tourismus ist links oben relativ leicht gefunden. Auf der Website der Lutherstadt Wittenberg Marketing GmbH www.wbticket.de (war keine andere Domain mehr frei ?) findet man in der linken Navigationsleiste “Sehenswertes”. Prima. Fast 100%.
2. Schlüsseln Sie Ihre Highlights nicht geografisch auf
Ist in Wittenberg als Kleinstadt sicher nicht das Problem. Aber warum sind die Sehenswürdigkeiten alphabetisch angeordnet? Ich hätte angenommen, daß den Besucher die Weltkulturerbestätten zuerst interessieren. Für das Prunkstück, die Schlosskirche mit der Thesentür muß ich bis nach ganz unten scrollen. Unlogisch.
3. Downloads sollten speziell für Selbstdrucker optimiert sein
Angeboten werden zum Download die Broschüren 1:1. Zum Ausdruck also ungeeignet. Zu viel Farbe, zu viele Seiten. Gut zum Blättern am PC.
4. Zielgruppengerechte Prospektanfrage
Es sind nur 4 Broschüren bestellbar. Diese sind auch noch recht handlich und passen in einen Umschlang B5 lang. Da ist nicht viel zu differenzieren. Eine Abfrage von mehr Daten wäre hier sicher kontraproduktiv und würde potentielle Gäste abschrecken ihre Adresse einzugeben. Als Destination muß man abwägen, wann man mit dem Fragen in die Tiefe gehen sollte. Das Beispiel Dresden hätte bei gezielterer Abfrage einen zufriedeneren Kunden bei gleichzeitiger eigener Kostensenkung ergeben, in Wittenberg macht das keinen Sinn.
5. Bildergalerien, Web-2.0-Tools
Fehlanzeige. Keine Bildergalerien über die Bilder im Kontext hinaus, keine interaktiven Karten (Google-Maps o.ä.), keine Interaktionsmöglichkeiten für Gäste. Hier hinkt der Webauftritt der Entwicklung etwas hinterher. Insbesondere, wenn man davon ausgeht, daß Wittenberg im englischsprachigen und skandinavischen Raum viele Gäste akquiriert, die bei der Nutzung von User Generated Content deutlich weiter sind, wird hier Potential verschenkt.
6. Das mit der Unterschrift habe ich nicht getestet, aber als Lokalpatriot gehe ich natürlich davon aus, daß hier noch die Briefe von hand signiert werden.
Zusammenfassend ist der touristische Webauftritt von Wittenberg noch klassisch 1.0. Sicher wird im Rahmen der Lutherdekade auch ein neuer und modernerer Webauftritt drin sein.
Technorati tags: Lutherstadt Wittenberg, Web 2.0, Travel 2.0, Marketing, Destination marketing, Schmollgruber
Durch Gottes Gnade bin ich wohlauf. …
Martin Luther, Rei…
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Hallo Detlef,
ich bin ganz bei dir. In meinem gestrigen Beitrag meinte ich bezüglich kleiner Destination ja noch:
Eine wenig bekannte, kleine Städtedestination sollte tatsächlich über all ihre Vorzüge informieren. Dabei kommt dennoch kein Infopaket mit einem Kilo an überflüssigen Katalogen zustande. Der Auftritt von Stars wie Lang Lang oder Montserrat Caballe in einer solchen Destination – selbst außerhalb des Aufenthaltes des Gastes – wirkt sich auf die Reputation bzw. Positionierung natürlich positiv aus. Da kann man gerne den Flyer beilegen.
Liebe Grüße aus Wien
Karin