Aeroflot, der russische Flag carrier, wird in diesem Jahr erstmals seine für die Reiseveranstalter vorgesehenen Blöcke an Sitzplätzen elektronisch versteigern.
Auktionsplattform wird Sberbank-AST (Sparkasse) http://aeroflot.sberbank-ast.ru/, eine der drei für Regierungsauktionen bestimmten Plattformen, sein.
Zur Versteigerung kommen Kontingente nach Paris, Prag, Antalya, Dubai, Barcelona, Malaga, Athen, Hurghada, Sharm El Sheik, London, Karlovy Vary, Amsterdam, Amsterdam-Brüssel,Düsseldorf-Brüssel, Istanbul, Bratislava, Budapest, Bukarest, Dresden, Madrid, Bangkok und Havanna.
Diese Verkaufsform wurde nach Auskunft der Aeroflot gewählt, um die Transparenz und Gleichbehandlung bei der Verteilung der Blöcke zu gewährleisten. An den Auktionen darf jeder ins russische Veranstalterregister eingetragene Reiseveranstalter teilnehmen, der keine offenen Verbindlichkeiten gegenüber einer Airline hat. Die Gewinner der Blöcke unterschreiben nach der Auktion zwei Verträge – einen für die gekauften Kontingente und einen Agenturvertrag mit Aeroflot, die damit gleichzeitig ihr Agenturnetz erweitern will.
Die einzelnen Auktionslots beinhalten immer nur Teile der für Reiseveranstalter blockierten Kapazitäten eines Fluges (ab 10 Plätze). Startpreis wird ein Preis nahe der Deckungsgrenze sein. Die Auktion wird dann in zwei Euro (Nah- und Mittelstrecke bis 500 Euro) oder 5 Euro-Schritten (Fernstrecke über 500 Euro) erfolgen.
Am letzten Freitag fand unter Mitwirkung der wichtigsten Reiseveranstalter eine Generalprobe statt, um das Prozedere und die Technik zu testen.
Die Resonanz war sehr gut. Keiner der Veranstalter rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Preise, da die Marktpreise eingespielt sind (Aeroflot ist nicht der einzige und nicht der größte Fluganbieter für Reiseveranstalter in Russland) und “Traumpreise” nicht absetzbar wären.
Mashable hat sich auf das Gebiet des Tourismus gewagt und 5 Wege zur Erlössteigerung durch den Einsatz von Social Media aufgelistet.
Hier die Zusammenfassung mit Kommentaren:
1. Nur Restplatzverkauf auf Twitter
Hinweisend auf JetBlue (Cheeps) und United Airlines (Twares) soll der Absatzweg Social Media für Restplatz/Sonderangebote genutzt werden. Schon hier wird deutlich, daß Mashable a) eine eingeschränkte Sicht und b) keine Vorstellung von modernen Yield Management Systemen hat, die einen Twitterfeed auch ohne menschliche Einmischung generieren können. Eine entsprechende Reichweite in den Social Media (was ja nicht nur Twitter ist) vorausgesetzt lassen sich nicht nur Billigprodukte darüber pushen, sondern auch Marketingaktionen jeglicher Art.
2. Die Einbeziehung von Bewertungen in die Booking Engine
Die positive Bedeutung von Bewertungen hat sich in der Branche herumgesprochen (trotz einiger jetzt aufkommender Diskussionen über den Rückgang der Wertigkeit von Peer-to-Peer-Tipps, die auf einer Verwirrung des Begriffs Friendship in der virtuellen Welt beruhen). Gut der Tipp Bewertungen von “neutralen” Quellen wie TripAdvisor oder Skytrax (oder deren deutsche Pendants) zur Steigerung der Glaubwürdigkeit zu verwenden.
3. Integration mit Social Media Travel Apps
Hier geht es um solche Apps, wie TripIt und Dopplr, die zur Reiseplanung und Kommunikation der Reisen an seine “Freunde” in Social Networks, wie Facebook und LinkedIn, dienen. Mashable verweist auf die offenen API dieser Apps und schlägt vor die Daten von dort ins eigene Sales zu importieren, um z.B. nach einem Abgleich mit der eigenen Frequent Flyer Datenbank zielgerichtet Angebote unterbreiten zu können. Wow, der Traum aller Reiseanbieter und der Alptraum aller Verbraucherschützer wird Wirklichkeit. Da sind mehr als ein Problem bezüglich Datenschutz und Verbraucherrechten zu klären.
4. Geschlossene Online Communities
Die Idee eigene Communities für seine besonders loyalen (oder wertvollen) Kunden zu schaffen klingt gut und knüpft an die Social Shopping Idee der Einkaufsklubs (Vente privee, TripHunter) an. In der realen Welt gibt es ja schon eine Vielzahl solcher “Klubs” und die meisten Airlines/Hotels haben diese auch schon in die Onlinewelt exportiert. Also ist das eher eine Feststellung als ein Tipp.
5.Social Media sind Beziehungen
Diesen Allgemeinplatz als wichtige Erinnerung zum Abschluss.
OK. Ich gehe mal davon aus, daß interessierte Touristiker weiter sind als es diese 5 Tipps von Mashable zeigen wollen und in fachspezifischeren News und Blogs fundiertere Tipps gefunden haben oder finden können. Falls noch Fragen sind: Greifen Sie zum Hörer oder zur Tastatur und wenden sich an den Social Media Guy Ihres Vertrauens.
Verschiedene russische Einrichtungen haben das Jahr mit den üblichen Befragungen gestartet, wofür der Bürger denn sein Geld im kommenden Jahr ausgeben möchte.
Nach den mir bekannten Ergebnissen kann sich die russische Tourismusindustrie wieder in Hoffnung wiegen.
Hier die Zahlen:
VZIOM: Die drei populärsten Ausgaben sind Reparaturen / Instandsetzung, Reisen und Lernen. 13% wollen Geld für touristische Leistungen ausgeben, was schon mal 4% mehr als im Krisenjahr 2009 sind.
Rosgosstrach (größter Versicherer): 16% der Russen planen eine touristische Auslandsreise. Wobei der Versicherer die Zahlen des letzten Jahres gegenüberstellt, wo von 9% eine Reise Planenden nur 4% letztendlich fuhren.
Besonders die Kreuzfahranbieter rechnen mit kräftigem Zuwachs. Kurzfristig wird mit einer Steigerung von 60% gerechnet. Selbst in den Krisenjahren legte dieses Segment zu. So war 2008 das Wachstum von Kreuzfahrten im Mittelmeer 3% gegenüber dem Vorjahr, aber 2009 (im Krisenjahr) gab es einen satte Steigerung um 43%!
Topziele werden jedoch weiter die visafreien Destinationen Ägypten, Thailand und die Türkei sein. Um sich diesem Trend anzuschließen wird Kroatien zum Sommer ebenfalls den Visazwang aufhaben und Spanien plant die Ausgabe von 2 Jahre gültigen Schengen-Visa.
Allfacebook vergleicht anschaulich die beiden für das marketing interessantesten Tools in Facebook - Gruppen und Pages. Wenn man als Anbieter vor der Frage steht, Gruppe oder Fanpage sollte man genau vergleichen und anhand der Zielgruppe entscheiden. Die Ecksteine der Entscheidungsfindung liegen wohl in folgenden Bereichen: Mass Messaging, Applications, Event Inbox Messaging und Vanity URL. Vorstellen kann man sich natürlich eine große Fanpage für die Marke (aka Destination, Hotel o.a.) und Gruppen für spezielle Interessen oder Events. Wer hat Erfahrungen bei der Verwendung beider Tools für sein Produkt?
In a post Meta-search vs Online Travel Agents: The Three Main Differences and Why They Matter, I mentioned that one of the major differences between an OTA (transaction site) and a meta-search site (non-transaction site) is that the transactional sites try to build up a unique product set – inventory (or inventory combinations) that no one else has – whereas the non-transactional meta-search company is focused on pointing to product that by definition is not unique as it is maintained by someone else.
A clear distinction that made it easier for customers and companies within the industry to know who was doing what and (in the case of companies) how to operate together.
However in late-2009 the distinction between the two categories began falling apart with non-transactional sites building unique product offerings.
Kevin May analysiert eine neue Tendent im Online-Vertrieb touristischer Produkte. Während es bis vor kurzem eine relativ klare Trennung zwischen Anbietern von Reisetipps, Bewertungsportalen u.ä. einerseits und den klassischen OTA andererseits gab, die sich auch in den Businessmodellen ausdrückte (Werbung vs. Verkauf), ist diese Grenze im Verschwinden begriffen. Kevin führt hier einiger Beispiele klassischer Nontransaction Sites auf, die in den letzten Monaten eigene Verkaufselemente integrierten. Und dabei handelt es sich um Die Schwergewichte der Branche: - Kayak mit Kayak Private Sale - Tripadvisor mit TrpAdvisor Business Listings - Total Travel in Australien. Diese Verschmelzung von zwei bisher getrennt geführten Geschäftsmodellen war logisch, birgt aber Risiken für alle Beteiligten. Bisher nahm der Kunde die Bewertungs- und Empfehlungsplattformen als relativ neutral wahr, trotz der ständigen Diskussion über Manipulationen. Wenn jetzt jedoch an die Empfehlungen und Bewertungen der Verkauf angehängt wird, werden die Zweifel an der Neutralität exponentiell wachsen. Wir bekommen ein Einheitsprodukt, das beides (Empfehlung und OTA) sein will, aber beides nicht mehr glaubwürdig darstellen kann. Statt dem Besten aus beiden Welten, die Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.
Die Liste von insidefacebook zeigt nur die 10 stärksten Länder in absoluten MAU (monatlich aktive Nutzer). Länder mit einer höhren Durchdringung (Pen.) gibt es einige, z.B. Island mit 50%, wo selbst Facebook mit keinem signifikanten Wachstum mehr rechnet. Bei Deutschland wird die geringe Durchdringung (8%) mit den starken lokalen Netzwerken (studiVZ u.a.) erklärt, aber andererseits auch mit dem stärksten Wachstum in den nächsten Monaten gerechnet. Auch bei der Listung von Facebook-Gruppen in Google wurde in den letzten 3 Monaten ein gewaltiger Sprung getan (verursacht durch eine andere Gewichtung von Social Media im Google-Algorithmus). Während im Oktober 2009 noch 52 Mio Gruppen in den Suchergebnissen ausgeworfen wurden, sind es jetzt 620 Mio! Damit werden etwa genausoviel Gruppen in Facebook gelistet, wie Seiten auf eBay. Insgesamt hat Facebook inzwischen 1.96 Milliarden Seiten in Google gelistet, mehr als Yahoo! Nicht verwunderlich das das Beratungsunternehmen Sophos in seiner neuesten Umfrage unter 500 US-Firmen Facebook als grösstes Sicherheitsrisiko für Unternehmen unter allen Sozialen Netzwerken herausfand. Die schiere Größe bringt das mit sich. Der Link zum Report ist oben zu finden.
Photo cc by Lykketoft viser Facebook von Jacob Bøtter