Blogger Summit@ITB 2009

itb09_blogger_header_shadow

Nun ist es schon über eine Woche her, das der Blogger Summit@ITB 2009 im Rahmen der PhocusWright-Konferenz stattfand.
Die Diskussionen, die dort angestoßen wurden, dauern immer noch an.
Vorab. Eine der schönsten Seiten dieses Summits ist das persönliche Zusammentreffen mit Kollegen aus aller Welt. Während des gesamten Jahres tauschen wir uns virtuell auf den verschiedensten Kanälen aus – Blog, Twitter, E-Mail.

Die deutschsprachige Gemeinschaft trifft sich zum Tourismuscamp und zum Castlecamp, die UK-Blogger trifft man während der WTM in London beim Blogcamp. Aber die Möglichkeit die amerikanischen, kanadischen, australischen Blogger zu treffen bietet nur PhocusWright in Berlin und abwechselnd in Orlando oder Hollywood. Ich glaube alle freuen sich auf diesen persönlichen Kontakt.
Über die einzelnen Podiumsdiskussionen, Statements wurde schon so viel geschrieben, dass ich mit einigem Abstand mich auf ein paar meines Erachtens nach interessante Themen stürzen kann.
Martin Schober von Austria Tourism erwies sich als begnadeter Sloganschöpfer a la O’Reilly.
Erste Schobersche Schöpfung:
Feedback 2.0
User Generated Content ist aus den Kinderschuhen heraus und absoluter Mainstream. Alle, aber auch wirklich alle, touristischen Unternehmen sehen sich in der Bewertung ihrer Leistung auf gleicher Augenhöhe mit dem Kunden. Wo vorher starke Marketingbudgets Dellen glattbügelten ist jetzt die Auseinandersetzung mit den Bewertungen und Meinungsäußerungen der Kunden an der Reihe. Eigene Schwächen kommen gnadenlos ans Licht. Jeder Glaube, dies durch „Reputationsmanagement“ ausgleichen zu können ist Irr- oder Aberglaube. Qualität zählt und zahlt sich aus. Aber das wussten ja ordentliche Touristiker schon vorher.
Google heizt dieses Rennen noch mal an, indem es zu den auf der Google-Kartensuche ausgewiesenen Hotels gleich hinter den Namen die Bewertungen mit Anzahl und Link setzt. Der Reisende muss nicht mehr Holidaycheck oder Tripadvisor kennen, Google, die Mutter allen Internetverkehrs schickt ihn dahin.
Karten
Karten sind in diesem Jahr das nächste große Thema.
Karten werden als Mittel der Navigation, der Veranschaulichung eine Riesenrolle spielen. Angereichert mit allem denkbaren (Bilder, Daten, Videos, …) bilden sie immer häufiger die Oberfläche für Lösungen im touristischen Internet, ob für Hotelbuchungsseiten, Destinationen oder OTA.
Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.
Ich empfinde diese teilweise schon dreidimensional wirkenden Lösungen als guten Ersatz für das haptische Element der Kommunikation.
Die nächste Schobersche Schöpfung
Kontext is King.
Content is King – diesen Begriff kennen viele aus verschiedenen Bereichen.
Content, Inhalt ist aber inzwischen in mehr als ausreichendem Umfang vorhanden. Wir versinken in Content. Jetzt kommt es darauf an den richtigen Content dem richtigen Nutzer zum richtigen Zeitpunkt anzubieten, also auf den Kontext in dem Content angeboten wird.
Das setzt intelligente Lösungen der Kunden- und Marktbeobachtung, die ständige Interaktion mit seinen Kunden und Zielgruppen voraus. Eine gewaltige Herausforderung in ihrer Komplexität für jedes Unternehmen. Wirklich innovative Lösungen habe ich in diesem Zusammenhang auf der ITB nicht gesehen.
Twitter
Eines der Megathemen war Twitter. Vor einem Jahr war Twitter wenig bekannt und kaum genutzt. Dieser Summit war durch Twítter geprägt. Fast alle twitterten um die Wette. Twitter als persönliches Notizbuch, Twitter als Getuschel zwischen den Summit-Teilnehmern, Twitter als Kommunikationstool zwischen Podium und Auditorium, Twitter als Brücke nach außerhalb des Summits, Twitter als Protokoll – was wurde denn ohne Twitter gemacht? (Laut Beiträgen soll es auf der SWSX nicht anders gewesen sein.)
Twitter ist vielleicht noch nicht Masseninstrument, aber Mainstream ist inzwischen. Diskutiert wurde Twitter im Tourismus als Kommunikationsmittel mit den Kunden, im B2B, als Researchtool und im Marketing. All das wird schon probiert.
Im Verhältnis wurde mehr über Twitter diskutiert als über Facebook oder Google (wurden andere auch nur erwähnt?)
Ist das nun Hype oder sind wir als Bloggercommunity fernab der Realität?
Ist dasWeb2.0 in der Masse angekommen?
Die Mehrzahl sagt „Ja“. Web2.0 in seinen verschiedenen Ausprägungen wird vom Kunden erwartet. Rich Media, User Generated Content und Kommunikationsmöglichkeiten werden von der absoluten Mehrzahl aller Internetnutzer erwartet. Natürlich ist der Anteil passiv Nutzender sehr hoch, was aber normal ist.
Nicht jeder muss in einem Social Network sein, nicht jeder muss selbst Inhalte erstellen und ins Netz laden, nicht jeder muss Bewertungen schreiben. Aber alle nutzen die so erstellten Inhalte und Informationen. Web2.0 ist Alltag für die Nutzer, bewusst oder unbewusst.
Daraus folgert eins – als aktiver Part im Web (und das sollten alle touristischen Unternehmen sein, da sie ja was verkaufen wollen) muss man Web2.0 anwenden, da führt kein Weg herum.
Eine der spannendsten Podiumsdiskussionen drehte sich um die wichtigsten Trends dieses Jahres im touristischen Internet.
Sieger wurde: „Change in philosophy – Die Veränderung der Einstellung zum Web2.0 im obersten Management der touristischen Unternehmen“. Dieser Top Down Ansatz soll die Grundlage für die breite Einführung von Web2.0 Lösungen sein. Richtig ist, dass damit der entscheidende Punkt dieser Veränderung angesprochen wurde. Verblüffend für mich, dass man eine solche Selbstverständlichkeit so heraushebt. Dieser Ansatz ist der laut Lehrbuch grundlegende Ansatz für jegliches Change Management. Ich schließe daraus, dass es doch noch ein weiter Weg ist im Tourismus zum Web2.0 ist.

No related posts.

Dieser Beitrag wurde unter Tourismus und Marketing, Travel Technology abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten auf Blogger Summit@ITB 2009

  1. Danke für den Bericht, sieht fast so aus als hätte ich was verpasst. Welches Event steht als nächstes in der Tourismusbranche / Web 2.0 am Programm?

  2. Pingback: The Travel Technology Consultancy » Später Rückblick: Blogger Summit@ITB 2009

  3. Vielen Dank für die Rosen. Leider hatten wir diesmal viel zu wenig Zeit zum Plaudern. Irgendwie war ich relativ gehetzt und konnte nicht das Wichtigste am Bloggen ausspielen. Offline mit Bloggern vernetzen.
    Ich freue mich aber schon auf den nächsten Gedankenaustausch, spätestens beim Castle Camp, oder?
    Gruss aus Niederösterreich
    Martin